Wärmekissen aus der Natur oder mit Strom

Wärmekissen aus der Natur oder mit Strom

27. September 2018 0 Von B-5624-Wg

Wer kennt das nicht, Schmerzen in der Schulter, im Rücken oder im Nacken. Oft sind Verspannungen die Ursache für diese Art

Schmerzen. Bei dieser Art von Beschwerden muskulären Art, hilft oft Wärme. Durch eine sanfte Erwärmung wird die die Durchblutung im Gewebe verbessert und hilft dadurch die Verspannungen zu lösen. Schon seit Jahrhunderten nutzt man dafür Wärmekissen mit Füllungen aus Naturprodukten wie Kirschkernen, Dinkel, Raps oder Weizen. In der Folge werden wir auf die verschiedenen Füllungen für Wärmekissen eingehen und wie man sie richtig benutzt.

Achtung! Nicht bei entzündlichen Prozessen oder Prellungen mit Wärme arbeiten. Hier muss gekühlt werden, aber dafür eignen sich die Kirschkern- oder Körnerkissen ebenfalls. In einem weiteren Beitrag werde ich auf das Erwärmen der Kissen mit einem Video eingehen.


Inhalt:

Behandlung mit Wärme
Behandlung mit Kälte
Kirschkernkissen
Körnerkissen
Kräuterkissen
Heizkissen
Wärmflaschen
Moorkissen

Behandlung mit Wärme

Durch Wärme* wird der Stoffwechsel nachhaltig angeregt, und lindert bei längerer Einwirkung Schmerzen. Außerdem wird die Muskulatur entspannt und es wird ein angenehmes Gefühl vermittelt, das Balsam für die Seele ist.

Ähnliche Effekte kann man auch bei einem Saunagang erreichen. Wärme wird auch bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats (z.B. bei Arthrose), bei muskulären Verspannungen, Rückenproblemen und bei psychosomatischen Beschwerden angewendet. Auch bei beginnenden Infekten kann Wärme unterstützend eingesetzt werden, z.B. als wärmender Halswickel.

Behandlung mit Kälte

Kälte hat dagegen den entgegengesetzten Effekt wie die Wärmebehandlung, da sich hier die Blutgefäße verengen und die Durchblutung vermindern. Deshalb wird eine Kältetherapie vor allem bei Prellungen, Verstauchungen und Quetschungen eingesetzt. Wahrscheinlich hat jeder schon einmal im Fernsehen, bei einem Fußballspiel gesehen, dass nach einem Foul der Betroffene mit einem sogenannten Eis Spray behandelt wurde. Im ersten Moment wird dadurch der Schmerz gemildert und außerdem wird verhindert, dass eine starke Schwellung entstehen kann. Die verengten Gefäße lassen weniger Wasser in das umliegende Gewebe austreten, und das wiederum beugt Schwellungen vor. Auch bei Entzündungen, z.B. bei rheumatischen Erkrankungen, tut Kälte gut. Nach der Kälteanwendung werden die behandelten Körpergebiete sogar stärker durchblutet was Abwehrzellen in diese Bereiche bringt und die Heilung günstig beeinflusst.

Kirschkernkissen

Ein Kirschkernkissen ist ein reines Naturprodukt, welches schon seit dem Mittelalter zur Behandlung von Schmerzen Verwendung findet. Heute werden bei industriell hergestellten Produkten in der Regel Kirschkerne verwendet die als Abfallprodukt z.B. bei der Herstellung von Marmelade anfallen. So können sie als natürlicher Rohstoff weiterverwendet werden. Nach einer schonenden Reinigung und Trocknung, können sie direkt als Füllmaterial verwendet werden. Natürlich kann man, wenn man einen Garten hat, und auch einen Kirschbaum besitzt, die Kirschkerne aus eigener Ernte verwenden. Das restliche Fruchtfleisch muss man dann allerdings nach dem Trocknen mit dem Finger “abpopeln”.

Bei den Kirschkernkissen, die man fertig kaufen kann, gibt es hauptsächlich zwei Ausführungen. Bei der einen Ausführung werden die Kirschkerne direkt in den Kissenbezug gefüllt. Die andere Ausführung verfügt noch über einen zusätzlichen waschbaren Kissenbezug.  Für welche Variante man sich entscheidet, hängt vom persönlichen Geschmack und dem vorgesehenen Gebrauch ab. Manche verwenden so ein Kirschkernkissen als Kopfkissenersatz. Wenn man es aber bei Schmerzen und Verspannungen verwendet, dann ist eine möglichst gute Wärmespeicherung und Wärmeabgabe wichtig. Wir haben den Eindruck, dass die Kissen, wo es keinen zusätzlichen Bezug gibt, die Wärmeabgabe direkter ist.

Kirschkernkissen können sowohl in der Mikrowelle als auch im Backofen erwärmt werden. In der Regel haben sie dann eine Temperatur von ca. 42 – 45 °C. Diese Temperatur wird noch als sehr angenehm empfunden und ist nicht zu heiß.  Kirschkernkissen sind auch für eine Kälteanwendung verwendbar. Dafür muss man sie lediglich ca. 20min in das Tiefkühlfach legen.

 

Körnerkissen

Wie auch die Kirschkernkissen, sind die Körnerkissen ein altes Hausmittel. Für die Körnerkissen können verschiedenste Getreide und Saaten Verwendung finden. Was nicht unbedingt gut geht sind Ölsaaten, da würde beim Erwärmen das Öl austreten. Am häufigsten werden Getreidekörner wie Dinkel. Roggen oder Hafer verwendet. Auch hier werden Kissen mit oder ohne einen zusätzlichen Bezug angeboten. Da die Körner weicher sind als die Kirschkerne können hier auch gesteppte Kissen angeboten werden. Bei Kirschkernkissen kann man sich vorstellen was passiert, wenn beim Steppen die Nadel auf einen Kirschkern trifft.

Ansonsten sind die Einsatzmöglichkeiten mit den der Kirschkernkissen identisch. Auch hier ist sowohl eine Wärme als auch eine Kältetherapie möglich.

Kräuterkissen

Wie der Name schon sagt, gibt man bei Kräuterkissen getrocknete Kräuter als alleinige oder zusätzlich zur Füllung mit in das Kissen. Dabei können sie als reine Duftkissen genutzt werden oder geben bei den Wärmekissen zusätzlich zur Wärme auch noch Duft ab. Am häufigsten wird Lavendel als Duftkraut eingesetzt, da der Duft des Lavendels eine beruhigende entspannende Wirkung hat. So gibt es auch Bäder mit Lavendelöl, nach dem man besonders gut schlafen kann. Es gibt natürlich auch andere Duftkräuter und Gewürze die den Kissen beigesetzt werden. Hier geht es dann aber eher um den Duft als um eine besondere Wirkung.

Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, kann ja mal ein Kräuterkissen mit Lavendel ausprobieren. Es ist ein altes Hausmittel und bevor man zu einer chemischen Einschlafhilfe greift, ist es sicher einen Versuch wert.

Heizkissen

Der Aufbau ist bei allen elektrischen Heizkissen ähnlich. Im Kissen sind isolierte Heizspiralen eingearbeitet, die je nach Einstellung am Regler die Wärme erzeugt. Meisten haben die Regler zwischen 3 und 5 Leistungsstufe. Die richtige Einstellung ist immer ein bisschen vom persönlichen Empfinden abhängig. Am Besten ausprobieren.

Inzwischen gibt es aber auch eine ganze Reihe von Weiterentwicklungen, die z.B. die Heizkissen um eine Massagefunktion erweitert. Es gibt auch Heizkissen* die z.B. speziell für die Nacken- und Schulterpartie geformt sind und sich am Oberkörper befestigen lassen.

Elektrische Heizkissen niemals unbeaufsichtigt betreiben! Besonders wenn man ein Kissen im Bett hat, besteht die Gefahr eines Schwelbrandes, wenn sich die Wärme staut. 

Wärmflaschen

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Wärmflaschen gibt es wohl auch schon seit Jahrhunderten. Früher wurden sie hauptsächlich aus Metall wie Weißblech oder Kupfer gefertigt. Heutzutage werden sie vorwiegend aus Gummi hergestellt und sind daher auch leichter.

Eigentlich werden Wärmflaschen hauptsächlich dafür genutzt um das Bett vorzuwärmen. Man kann aber eine Wärmflasche auch gut bei Bauchschmerzen verwenden. Wenn man die Wärmflasche mit sehr heißem Wasser füllt, muss man sie aber in ein Handtuch oder ein Leinentuch einpacken, wenn man sie sich z.B. direkt auf den Bauch legen will. Deshalb werden auch Wärmflaschen mit allerlei Überzügen angeboten, so dass man sie direkt am Körper verwenden kann.

Moorkompressen/Moorpackungen

Moorkompressen oder Packungen, werden nicht nur als reine Wärmeanwendung eingesetzt sondern auch häufig für

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physiologische Heilbehandlungen. Neben der langanhaltenden Wärmeabgabe (20 – 30min) gibt das Moor auch verschiedene Inhaltsstoffe wie z.B. Schwefel an die Haut ab.

Ich hatte so eine Behandlung, als ich einen Bandscheibenvorfall hatte. Da wurde mir eine Moorpackung angelegt und anschließend wurde ich im Schlingentisch “aufgehängt”. Das hat damals bei mir sehr gut geholfen, und ich hatte seither auch keine Probleme mehr mit meinem Rücken.

Anwendung

Moorpackungen können bei verschiedensten Erkrankungen und Beschwerden angewendet werden:

  • chronisch rheumatische Erkrankungen des Bewegungsapparates z.B. bei Morbus Bechterew
  • degenerative Gelenkserkrankungen z.B. Arthrose
  • chronische Erkrankungen Innerer Organe z.B. bei Weichteilrheumatismus
  • Folgezustände nach: Prellungen, Luxationen, Poliomyelitis
  • Allgemeine Schmerzzustände wie Kopfschmerzen, PMS oder Menstruationsbeschwerden

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